Gewaltschutzkonzept der Evangelische Jugend Stuttgart

Das vorliegende Schutzkonzept wurde am […] durch den Geschäftsführenden Ausschuss der Evangelischen Jugend Stuttgart und am […] durch das Plenum der Hauptamtlichen beschlossen.
Als Leitungsgremium der Evangelischen Jugend Stuttgart wird der Geschäftsführende Ausschuss im Sinne der Qualitätsentwicklung einmal in der Legislaturperiode das Konzept überprüfen und sich erneut mit der Thematik beschäftigen. Spätestens jedoch im Rahmen einer Aufarbeitung nach einem Verdacht im Gültigkeitsbereich. Verantwortlich für die rechtzeitige Einbringung ist die Gesamtleitung.
Stuttgart, den […]

Das Gewaltschutzkonzept der Evangelischen Jugend Stuttgart hat den Zweck eine Kultur des achtsamen Miteinanders und der Verantwortung sicherzustellen. Im Glauben daran, dass jeder Mensch als Geschöpf Gottes einmalig ist und unversehrt bleiben soll, setzen wir uns aktiv und präventiv dafür ein, dass Menschen in unseren Arbeitsfeldern keine Gewalt erleben. Alle Personen sollen vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt geschützt werden. In der Evangelischen Jugend Stuttgart soll eine Haltung gelebt werden, die es potentiellen Täter*innen möglichst schwer macht.

Sofia Rückle
Vorsitzende der Evangelischen Jugend Stuttgart

MODUL 1: HALTUNG UND LEITLINIEN

Die Evangelische Jugend Stuttgart versteht Haltung als Grundlage für verantwortliches Handeln im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie orientiert sich am christlichen Menschenbild, das jedem Menschen eine unveräußerliche Würde zuschreibt. Jeder Mensch ist ein von Gott geschaffenes Wesen, einzigartig und schützenswert. Diese Überzeugung prägt die tägliche Arbeit und bildet das Fundament für einen respektvollen, achtsamen und verantwortungsvollen Umgang in allen Begegnungen.

Einen zentralen Stellenwert nimmt dabei die Übernahme von Verantwortung ein. Die Evangelische Jugend Stuttgart versteht es als ihren Auftrag, junge Menschen nicht nur in ihrer Entwicklung zu begleiten, sondern auch ihre Integrität zu schützen. Die Vermittlung von Nähe und Vertrauen geschieht dabei stets in einem professionellen Rahmen, der die persönliche Grenze jeder einzelnen Person achtet. Haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende sind sich ihrer Rolle und der damit verbundenen Macht bewusst. Sie gestalten Beziehungen klar, transparent und sensibel und setzen sich aktiv für den Schutz vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt ein.

Diese Haltung ist geprägt von einer bewussten Auseinandersetzung mit Nähe und Distanz, der Anerkennung persönlicher Grenzen sowie einer wertschätzenden und gewaltfreien Kommunikation. Es wird eine Kultur der Achtsamkeit gepflegt, in der Partizipation, Offenheit und Kritikfähigkeit nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht sind. Die Evangelische Jugend Stuttgart fördert ein Klima, in dem Menschen ihre Meinung äußern dürfen, ernst genommen werden und aktiv an Entscheidungen beteiligt sind.

Darüber hinaus verpflichtet sich die Evangelische Jugend Stuttgart zu einem konsequenten Eintreten für Vielfalt, Inklusion und gegen jede Form von Diskriminierung. Unterschiedliche Lebensrealitäten und Identitäten werden anerkannt und respektiert. Menschen sollen sich unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung oder körperlicher Verfasstheit sicher und angenommen fühlen.

Diese Haltung findet Ausdruck in verbindlichen Leitsätzen, die das tägliche Handeln aller Mitarbeitenden leiten. Dazu gehören unter anderem das klare Bekenntnis zu einem respektvollen

Miteinander, der Schutz vor Grenzverletzungen, das Ernstnehmen von Hinweisen und Beschwerden sowie die Förderung eines sensiblen Umgangs mit Nähe, Macht und Verantwortung.

In der Evangelischen Jugend Stuttgart ist Haltung kein abstrakter Wert, sondern ein gelebter Ausdruck von Schutzverantwortung, Menschlichkeit und professioneller Kinder- und Jugendarbeit.

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die Gestaltung von Nähe und Distanz ein zentrales Thema, das besondere Sensibilität und Achtsamkeit erfordert. Beziehungen sind der Schlüssel zu gelingender pädagogischer Arbeit – sie ermöglichen Vertrauen, Teilhabe und persönliche Entwicklung. Gleichzeitig tragen alle Mitarbeitenden der Evangelischen Jugend Stuttgart eine hohe Verantwortung, diese Beziehungen professionell und sicher zu gestalten.

Nähe ist ein wichtiger Bestandteil pädagogischer und seelsorglicher Arbeit. Sie schafft Vertrauen, fördert Zugehörigkeit und ermöglicht, dass junge Menschen sich angenommen und ernst genommen fühlen. Gerade in der kirchlichen Arbeit spielt die zwischenmenschliche Beziehung eine tragende Rolle: Gemeinschaft, Begleitung und Zuwendung gehören zum Selbstverständnis unseres Wirkens.

Gleichzeitig ist Nähe immer auch mit der Notwendigkeit verbunden, klare Grenzen zu setzen. Professionelle Distanz bedeutet nicht Kälte oder Gleichgültigkeit, sondern ist Ausdruck von Respekt und Verantwortungsbewusstsein. Sie schützt sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Mitarbeitenden vor Grenzverletzungen, Überforderung und Rollenkonflikten.

Deshalb verpflichten wir uns, Nähe stets bewusst, reflektiert und im Sinne des Kindeswohls zu gestalten. Körperliche Nähe erfolgt nur dann, wenn sie angemessen, situationsbedingt und von den jungen Menschen erwünscht ist. Jegliche Form unangemessener oder sexualisierter Nähe ist ausgeschlossen. Ebenso werden emotionale Grenzen geachtet – wir hören zu, begleiten und unterstützen, ohne die Rolle von Freund*innen oder Familienersatz zu übernehmen.

Mitarbeitende der Evangelischen Jugend Stuttgart wahren eine professionelle Haltung. Persönliche Kontakte außerhalb des dienstlichen Rahmens, private digitale Kommunikation oder vertrauliche Treffen ohne Transparenz gegenüber dem Team sind nicht erlaubt. Entscheidungen über Nähe und Distanz werden nicht allein getroffen, sondern gemeinsam reflektiert – im Team, in Fortbildungen und durch Supervision.

Alle Menschen haben ein Recht auf Schutz, Respekt und Beteiligung. Deshalb fördern wir eine offene Kultur, in der auch Kinder ihre Grenzen äußern dürfen und ermutigt werden, „Nein“ zu sagen. Gleichzeitig schaffen wir Strukturen, in denen Mitarbeitende über Unsicherheiten oder Grenzfragen sprechen können, ohne Angst vor Schuldzuweisung. Nähe ist kein Automatismus – sie entsteht im Dialog, im gegenseitigen Respekt und unter dem Schutz eines klaren Rahmens.

Im Sinne des christlichen Menschenbildes stehen für uns Würde, Freiheit und Unversehrtheit jedes einzelnen Kindes im Mittelpunkt. Nähe und Distanz in der Evangelischen Jugend Stuttgart sind kein Widerspruch, sondern zwei Seiten einer Haltung, die Vertrauen, Sicherheit und professionelle Fürsorge miteinander verbindet.

Bei Verdacht auf Missbrauch oder problematischem Verhalten ist eine sofortige Meldung an Vorgesetzte oder entsprechende Stellen erforderlich.

Das FORUM wünscht sich, dass ________________. – Einfach mal eine Entscheidung treffen und einen Wunsch abstimmen? Ohne die Selbstständigkeit der Jugendwerke, Arbeitsbereiche und Waldheime zu beschneiden können wir hiermit trotzdem sagen: Ey Leute, das ist uns wirklich wichtig. Auch wird der Geschäftsführende Ausschuss der EJUS in seinen Entscheidungen den Wunsch berücksichtigen!

Egal ob für die Stadt, das Land, die Kirche in Stuttgart oder das Evangelische Jugendwerk Württemberg: Zusammen sind war ganz schön viele Menschen und können unsere Wünsche und die Probleme, die wir nicht intern klären können, mit Nachdruck anbringen.

MODUL 2: DEFINITIONEN GEWALT UND ANHALTSPUNKTE FÜR EINE KINDESWOHLGEFÄHRDUNG

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Beratungsstellen

KOBRA: Fachberatungsstelle für Kinder und Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, deren Bezugspersonen sowie Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Kobra e.V. Stuttgart
Hölderlinstraße 20
70174 Stuttgart
Tel.: 07 11/16 29 70

Mädchen*gesundheitsladen in Stuttgart: Beratungs- und Präventionsstelle für Mädchen* und junge Frauen*

Mädchen*gesundheitsladen (GesundheitsLaden e.V.)
Lindenspürstraße 32
70176 Stuttgart
Tel. 0711 / 30 56 85 20
E-Mail: info@maedchengesundheitsladen.de
www.maedchengesundheitsladen.de

JUNGEN* IM BLICK: Beratungs- und Präventionsstelle für Jungen* und junge Männer

JUNGEN* IM BLICK (GesundheitsLaden e.V.)
Lindenspürstraße 32
70176 Stuttgart
Tel. 0711 / 30 56 85 30
E-Mail: mail@jub-stuttgart.de
www.jungen-im-blick.de

Weissenburg Beratungsstellen: für trans*, inter*, nicht-binäre und agender-Menschen, bisexuelle und schwule Jungen und Männer im Raum Stuttgart. Ein Kooperationsprojekt mit dem FETZ e.V. – Beratungsstelle für bisexuelle und lesbische Mädchen und Frauen und Beratung für LSBTTIQ-Geflüchtete

Weissenburg e.V. Zentrum LSBTIQA+ Stuttgart
Weißenburgstr. 28A
70180 Stuttgart
Tel.: 0711 640 44 94
E-Mail: post@zentrum-weissenburg.de
www.zentrum-weissenburg.de